Bundestag stärkt Rechte leiblicher Väter

Kontakt zum eigenen Kind

Leibliche Väter in Deutschland sollen erstmals ein Umgangsrecht mit ihrem Kind erhalten, selbst wenn die Mutter den Nachwuchs gemeinsam mit einem anderen Mann großzieht. Der Bundestag hat ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Bislang konnten die biologischen Väter einen Kontakt nur dann gegen den Willen der Mutter oder des rechtlichen Vaters erzwingen, wenn sie bereits eine enge persönliche Beziehung zu ihrem Kind aufgebaut hatten.

Künftig soll das Kindeswohl für das Umgangsrecht entscheidend sein und ob der leibliche Vater tatsächlich erkennbar Verantwortung übernehmen will.

Davon sollen vor allem leibliche Väter profitieren, die wegen der Weigerung der rechtlichen Eltern keine Vater-Kind-Beziehung aufbauen konnten. Sie sollen auch ein Auskunftsrecht zu den Lebensverhältnissen des Kindes bekommen.

Das Kabinett hatte dem Gesetzentwurf bereits im vergangenen Oktober zugestimmt. Er gilt als Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Das Gericht hatte leiblichen Vätern zuletzt in mehreren Entscheidungen das grundsätzliche Recht eingeräumt, ihre Kinder zu sehen. Bislang waren biologische Väter im deutschen Recht jedoch gar nicht vorgesehen.